Selektiver Mutismus oder Schüchternheit

selektiver Mutismus

Ein häufig gesehenes Bild: Zu Hause kann sich das Kind schon gut ausdrücken, gibt im Kindergarten aber keinen Ton von sich. Schnell kommt man zu der Annahme, dass das Kind unter Schüchternheit leide und sich nur etwas einfinden müsse. Doch nicht immer stimmt diese Vermutung, denn es könnte auch selektiver Mutismus vorliegen.

Nur Schüchternheit oder doch Selektiver Mutismus?

Die Verhaltensweisen von Kindern mit diesen Auffälligkeiten sind sich auf dem ersten Blick sehr ähnlich: Das Kind spricht in bestimmten Situationen nicht, redet aber zu Hause. Teilweise ist es dort sogar sehr expressiv und eine regelrechte Plaudertasche. Doch Kinder werden auch häufig missverstanden. So suchen Schüchterne trotz ihrer Zurückhaltung meist den Kontakt zu anderen. Sie brauchen lediglich etwas Zeit, um aus ihrem Schneckenhaus herauszukriechen und um ihre Angst zu überwinden. Kinder mit selektivem Mutismus tun dies hingegen nicht. Sie verschließen sich vor dem fremden Umfeld und wollen sich diesem auch nicht annähern.

Weitere häufige Symptome sind u.a.:

  • Erstarrte Körperhaltung/Mimik/Gestik
  • Vermeidung jeglicher Geräusche, wie Husten
  • Verstärkte Beobachtung des Umfeldes

Selektiver Mutismus hat Auslöser

In der Regel beginnt selektiver Mutismus schon sehr früh im Alter von zwei bis fünf Jahren. Erst wenn das Kind durch den Kindergarten fremden Menschen begegnet, wird dieses Verhalten auffällig. Glücklicherweise tritt dieser oft beobachtete Frühmutismus später nur noch selten auf. Doch viele Faktoren können zum plötzlichen Schweigen führen: Familiärer Stress, Bilingualität oder Bindungsunsicherheit. Hat sich das Schweigen anfangs als Lösungsmöglichkeit ergeben, verfestigt es sich womöglich später.

Die richtige Diagnose fällt oftmals schwer

Oft werden Kinder mit selektivem Mutismus mit Autismus diagnostiziert oder als Schüchtern abgestempelt. Dabei fällt Mutismus unter die Sprachentwicklungsstörung und sollte so früh, wie möglich behandelt werden. Ein zu spätes Eingreifen führt aus Erfahrung zu einer Manifestierung des Störungsbilds und kann bis im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Wichtig ist es also, sein Kind gut zu beobachten, wenn man einen selektiven Mutismus vermutet. Falls sich das Verhalten nach mehr als vier Wochen nicht verändert hat, sollte man zur Sicherheit einen Sprachtherapeuten aufsuchen. Man sollte jedoch berücksichtigen: Gelangt das Kind in ein neues Umfeld, ist es nur verständlich, dass es auch einige Zeit zur Eingewöhnung braucht.

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